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"125 Jahre Vereinsgeschichte in ganzer Pracht"

Bernd Schiphorst, Aufsichtsratsvorsitzender von Hertha BSC, spricht über den 125. Geburtstag der Blau-Weißen und die Festwoche um den 25. Juli des Jahre.

Berlin - Große Ereignisse werfen große Schatten voraus. Am 25. Juli feiert Hertha BSC 125. Geburtstag. Die Vorbereitungen auf diesen besonderen Tag laufen seit Monaten auf Hochtouren. Hinter den Kulissen zieht Bernd Schiphorst, Aufsichtsratsvorsitzender von Hertha BSC und Vorstandsvorsitzender der clubeigenen Hertha-Stiftung, die Fäden.

Über den aktuellen Stand, die Höhepunkte der Feierlichkeiten und die Zukunft des Hauptstadtclubs hat der 74-Jährige am Donnerstag (11.05.17) mit herthabsc.de gesprochen.

herthabsc.de: Herr Schiphorst, es sind noch 75 Tage bis zum 125. Geburtstag der 'Alten Dame'. Wie sehr fiebern Sie dem 25. Juli entgegen?
Schiphorst: Wir wissen ja schon etwas länger, dass wir auf dieses Jubiläum zutreiben (schmunzelt). Ich freue mich sehr auf diesen Tag, auf hoffentlich tolle Erlebnisse. Ich bin jetzt schon so lange mit Hertha BSC verbunden - seit dem Studium und dann wieder ab den neunziger Jahren. Die Geschichte unseres Vereins ist eng verknüpft mit der einmaligen Historie Berlins und ihren Brüchen. Meine größte Sorge war, es könnten uns Zeitzeugen, Dokumente und Bilder fehlen. Aber ich glaube, wir haben so rechtzeitig mit unseren Planungen angefangen, dass wir dieses unglaubliche Panorama unserer Geschichte aufblättern können.

herthabsc.de: Seit wann laufen diese Vorbereitungen auf den Ehrentag?
Schiphorst: Im vergangenen Herbst sind wir in einer kleinen Gruppe zusammengekommen und haben die Aufgaben verteilt. In dieser Gruppe sitzen Ingo Schiller, Thomas E. Herrich und Michael Preetz für den sportlichen Bereich. Das Präsidium vertritt Per Mock-Stümer, der Leiter der Boxabteilung. Wir tauschen uns in regelmäßigen Treffen aus und informieren uns über den Fortschritt und die Entwicklungen. Ich stehe in erster Linie mit dem Stadtmuseum Berlin in Kontakt, um die geplante Ausstellung zu realisieren.

herthabsc.de: Die Ausstellung 'Hauptstadtfußball' im Ephraim-Palais ist ein Kernstück der Feierlichkeiten. Worauf dürfen sich die Herthaner freuen?
Schiphorst: 125 Jahre Vereinsgeschichte Hertha BSC über drei Etagen und rund 1.000 Quadratmeter in ganzer Pracht und Schönheit, aber auch mit den Misserfolgen und Skandalen. Von der Gründung über die beiden Deutschen Meisterschaften und die nationalsozialistische Zeit, die der geteilten Stadt und der Wiedervereinigung bis hin zur Gegenwart. Die Ausstellung eröffnet am 26. Juli um 10.00 Uhr – der Eintritt an diesem Tag ist frei. In den folgenden fünf Monaten kommen alle Vereinsmitglieder ermäßigt ins Museum. Wir bereiten die Ausstellung seit sechs Monaten vor und unternehmen alles, damit sie ein voller Erfolg wird. Ich bin mir sicher, dass wir eine ganze Reihe von sehr schönen, teilweise noch nie gesehenen Memorabilien zusammenstellen werden.

herthabsc.de: Gibt es Ausstellungsstücke, die bei den Fans für besonders großes Erstaunen sorgen werden?
Schiphorst: Ich kenne auch längst nicht alles, bin genauso gespannt - zum Beispiel auf alte Film- und Fernsehaufnahmen. Das Besondere ist, dass wir alle Fans aufgerufen haben, ihre persönlichen Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit einzureichen. Ein Highlight ist sicher die 'Victoria', die Hertha BSC 1930 und 1931 gewonnen hat. Ich kann allen Herthanern, aber auch allen Berlinern, nur ans Herz legen, sich diese Ausstellung anzuschauen. Es geht nämlich nicht nur um unsere Vereins-, sondern auch um die Stadtgeschichte Berlins.

GESAGT...

"Wichtig für unsere Fans ist das Jubiläumsspiel gegen eine englische Mannschaft, die in diesem Jahr wie wir 125 Jahre alt wird."

Bernd Schiphorst

herthabsc.de: Geplant ist eine ganze Festwoche. Können Sie näher darauf eingehen?
Schiphorst:
Genau. Wichtig für unsere Fans ist das Jubiläumsspiel voraussichtlich gegen eine englische Mannschaft, die in diesem Jahr wie wir 125 Jahre alt wird. Das verbinden wir mit einer großen Saisoneröffnungsfeier am 29. Juli im und um das Olympiastadion. Auf dem Vereinsgelände im Olympiapark werden wir eine Gedenktafel enthüllen für alle Herthaner, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Außerdem werden wir den Platz vor dem Bahnhof Gesundbrunnen nach Hanne Sobek benennen - wieder benennen, denn so hieß er schon mal. Vom Bahnhof aus können wir auf das alte Stadiongelände der 'Plumpe' schauen, wo heute eine Wohnsiedlung steht. Wir wollen dort Erinnerungstafeln aufstellen. Es gibt nach wie vor noch eine alte Fankneipe in der Nähe, in der wir nach der Eröffnung anstoßen wollen. Der offizielle Festakt findet am Geburtstag im Roten Rathaus statt.

herthabsc.de: Hertha BSC möchte den Blick aber auch in die Zukunft werfen und sich der Frage stellen, wie sich der Verein in den nächsten Jahren entwickeln wird.
Schiphorst: Das oberste Stockwerk der Ausstellung im Stadtmuseum wird unser sogenannter Zukunftsraum. Dort zeigen wir alles, von dem wir glauben, dass es in den nächsten 25 Jahren Hertha BSC und den Fußball betreffen wird. Wir finden die Idee gut, bei Jubiläen nicht nur zurückzublicken, sondern auch nach vorne. Berlin ist eine so ungewöhnliche Metropole, mit unglaublich viel Potenzial und interessanten Menschen. Die Zukunft sitzt in dieser Stadt – und zwar national und international. Diese Entwicklung müssen wir mitnehmen. Es gibt viele junge Menschen in Berlin, viele Zugezogene, die nicht von klein auf mit Hertha sozialisiert worden sind - auch die wollen wir für den Verein gewinnen.

(fw/City-Press)

Jubiläum, 11.05.2017
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