Die Gegenwart

Saison 2009/2010

Nach dem knapp verpassten Champions League-Einzug der vorherigen Saison, folgte ein personeller Umbruch in der Hauptstadt: Mit Andrej Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic verließen gleich drei Leistungsträger der vergangenen Saison den Verein. Am ersten Spieltag holten die Blau-Weißen noch drei Punkte gegen Hannover 96, es sollte jedoch der einzige Heimerfolg der gesamten Saison bleiben. Neben Verletzungspech, wie etwa Neuverpflichtung Florian Kringe mit einem Mittelfußbruch, erlitt Berlin auch sportlich zwei bittere Pleiten: Gegen Freiburg verlor Hertha mit 0:4 sowie 1:5 gegen Hoffenheim. Bis dato sprach noch keiner von einem befürchteten Abstieg, doch die Lage wurde zunehmend angespannter. Im DFB-Pokal gab es eine Pleite nach Elfmeterschießen gegen TSV 1860 München.

In der Konsequenz entließ die Geschäftsführung Trainer Favre und verkündete kurz darauf den Nachfolger Friedhelm Funkel. Der im Abstiegskampf erfahrene Trainer stabilisierte seine Spieler etwas, aber nicht entscheidend: Bis Weihnachten erspielte sich der Hauptstadtclub nur neun Punkte. Um der Mannschaft neue Impulse zu geben, verstärkte sich der Verein mit den Neuzugängen Kobiashwili, Hubnik und Ex-Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas. Unter dem Motto 'Die Aufholjäger' startete Hertha mit einem 3:0-Sieg gegen Hannover zum Rückrundenauftakt. Der, gerade im Vergleich zur erfolgreichen Vorsaison, enttäuschende Saisonverlauf führte nach dem 1:1 gegen Leverkusen am 33. Spieltag zum fünften Hertha-Abstieg aus der Bundesliga.

Saison 2010/2011

Mit Beginn der Zweitligasaison 2010/11 verpflichtete Manager Preetz mit Markus Babbel einen neuen Cheftrainer. Der junge Coach ging optimistisch an seine Aufgabe heran und versprühte Aufbruchsstimmung. Die Devise vor Saisonbeginn lautete, die wichtigsten Leistungsträger in der Mannschaft zu halten und erfahrene Profis zur Ergänzung zu holen. Laut Babbel besaß sein Team die höchste Qualität aller Zweitligavereine, die auch nötig war um mit dem kampfbetonten Charakter der zweiten Liga zurechtzukommen. Hertha eröffnete die Saison mit einem hart umkämpften 3:2-Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen. Anschließend schieden die Blau-Weißen unglücklich gegen TuS Koblenz aus dem DFB-Pokal aus und taten sich in der Liga schwer. Mit dem 2:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue hingegen starteten die Berliner dann jedoch eine furiose Siegesserie: Bis auf eine 1:2-Niederlage gegen Stadtrivalen 1. FC Union, gewannen die Blau-Weißen in den folgenden Partien zehnmal, spielte einmal unentschieden und verloren nur ein Spiel.

Das sich füllende Punktekonto entfachte eine neue Euphorie in der Mannschaft und im Verein, bis am 31. Spieltag dann die Rückkehr ind die erste Liga besiegelt wurde: Mit einem 1:0-Auswärtssieg setzte man sich als Aufsteiger in der Tabelle fest. Kurz darauf, am 31. Spieltag, folgte mit einem 1:0-Auswärtssieg gegen Aue die Zweitligameisterschaft. Zum Saisonabschluss lockte der Verein ganze 77.116 Zuschauer ins Olympiastadion, was einen Zweitliga-Zuschauerrekord darstellte. Ein weiteres Highlight war der emotionale Abschied von Rekordspieler Pál Dárdai, dessen 373 Pflichtspiele im Hertha-Dress bis heute unerreicht sind.

Saison 2011/2012

Der Auftakt zur Saison 2011/12 startete mit einer 0:1-Niederlage gegen Nürnberg. Zunächst bewegte sich Hertha im unteren Tabellenmittelfeld und schaffte es oftmals nicht, sich spielerisch durchzusetzen, weshalb nach Hinrunden-Abschluss auf Rang elf Trainer Markus Babbel entlassen wurde. Jedoch besserte sich die Leistung der Berliner auch unter Nachfolger Michael Skibbe nicht. Im Gegenteil: Die Blau-Weißen verloren vier Bundesliga-Spiele in Folge und schieden nach einem 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal-Viertelfinale aus. Im Februar folgte Otto Rehagel auf Skibbe, der allerdings zunächst die sportliche Talfahrt nicht stoppen konnte: Aus den ersten neun Liga-Partien nach der Winterpause verlor der Hauptstadtclub acht.

Mit drei Siegen im letzten Drittel der Saison gelang am letzten Spieltag mit einem 3:1-Sieg gegen Hoffenheim noch der Sprung auf den Relegationsplatz. Nach einem 1:2 daheim im Relegations-Hinspiel gegen Fortuna Düsseldorf reichte das 2:2 im Rückspiel nicht mehr zum Klassenverbleib. Dieses Unentschieden dürfte einigen Zeugen im Gedächtnis geblieben sein, da der Platz während der letzten Minuten von Düsseldorf-Anhänger gestürmt und zum Teil sogar Stücke des Rasens herausschnitten wurden. Hertha BSC legte Einspruch gegen das Ergebnis vor dem DFB-Sportgericht ein, welches den Antrag aber ablehnte.

Saison 2012/2013

Vor Saisonbeginn übernahm Jos Luhukay den Trainerposten von Rehhagel. Zwar startete das sportliche Jahr mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen und dem Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Worms eher negativ, aber dies sollte sich schnell ändern. Ab dem dritten Spieltag erlitt Hertha BSC nur eine einzige Niederlage auswärts gegen Dresden und punktete fortan durchgehend. Die konstant guten Leistungen mündeten bereits am 21. April im erneuten Aufstieg ins Deutsche Fußball-Oberhaus, am 33. Spieltag sicherten sich die Berliner mit einem 2:1-Heimsieg gegen Köln die Zweitligameisterschaft. Darüber hinaus stellte der Hauptstadtclub eine Bestmarke auf: 76 Punkte sammelten die Blau-Weißen im Saisonverlauf – ein neuer Zweitligarekord! Zudem blieb Hertha als einzige deutsche Profimannschaft in allen Heimspielen ungeschlagen.

Saison 2013/2014

Zum Saisonauftakt schaffte es Manager Michael Preetz, einige Verstärkungen nach Berlin zu lotsen: Per Skjelbred, Sebastian Langkamp und Alexander Baumjohann wechselten in die Hauptstadt. Der Auftakt gelang mit einem deutlichen 6:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt eindrucksvoll. In der 2. Runde des DFB-Pokals schied Hertha BSC allerdings gegen Kaiserslautern durch ein 1:3 auf dem Betzenberg aus. Zum Ende einer ordentlichen Hinrunde hatten die Herthaner 28 Punkte gesammelt und überwinterte auf Platz sechs in der Liga.

Den guten Leistungen der Hinrunde folgte einige Rückschläge nach Weihnachten: Die Blau-Weißen gewannen lediglich drei Spiele in der Rückrunde, profitierten jedoch von dem Punktepolster der Hinrunde und waren somit nicht im Abstiegskampf involviert. Einer der wenigen Lichtblicke war die starke Leistung von Stürmer Adrián Ramos, dem insgesamt 16 Tore sowie sechs Torvorlagen gelangen.

Saison 2014/2015

Als Ziel der Saison 2014/15 wollten sich die Herthaner stabilisieren und die Liga zu halten. Mit acht Neuzugängen ging das Team in die Spielzeit. Abgesehen vom ersten Spieltag, kamen die Berliner zunächst nicht über den 12. Tabellenplatz hinaus und nach dem 0:1 am 19. Spieltag gegen Leverkusen beendete Hertha die Zusammenarbeit mit Jos Luhukay. Die Vereinsführung entschied sich für Pál Dárdai als Nachfolger des Holländers. Der ungarische Rekordspieler feierte mit einem 2:0-Sieg seinen Einstand als Bundesliga-Trainer. Der Coach stabilisierte die Mannschaft zusehens, es blieb aber bis zum letzten Spieltag knapp. Am Ende gelang der Klassenhalt aufgrund der besseren Tordifferenz.

Saison 2015/2016

Da das neue Trainergespann in der Vorsaison den Klassenerhalt knapp sicherte, blieb es bei der Zielsetzung, sich in der Liga zu etablieren. Die Blau-Weißen starteten ausgeglichen mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage in der Liga. Überraschenderweise gelang der Dárdai-Elf nicht nur die Etablierung im gesicherten Mittelfeld während der Hinrunde, sondern ein starker dritter Platz mit 32 Punkten nach dem 17. Spieltag. Sowohl Optimismus als auch die starke Punkteausbeute sollten dem Hauptstadtclub eine ruhige Rückrunde bescheren, in der man nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben sollte.

Die Ausbeute mit 18 Punkten aus den zweiten 17 Spielen wusste dabei allerdings nicht an die starke Hinserienbilanz anzuknüpfen. Den zehn Siegen in der Hinrunde standen lediglich vier Dreier nach der Rückrunde gegenüber. Anders als in der Liga lief es dafür im DFB-Pokal deutlich besser: Nacheinander bezwangen die Herthaner Bielefeld, den FSV Frankfurt, Nürnberg und Heidenheim. In einem intensiven Halbfinale verlor Hertha gegen Borussia Dortmund im heimischen Olympiastadion mit 0:3. Letztendlich war Trainer Dárdai mit der Gesamtleistung seines Teams am Ende der Saison zufrieden.

Geschichte, 22.02.2017