Von Königsklasse und Meisterträumen

Saison 1999/2000

Die Mannschaft startete furios in die Saison 1999/2000 und setzte sich schnell in den oberen Tabellenrängen fest. In der Champions League glänzten die Röber-Schützlinge mit Heimsiegen gegen den FC Chelsea (2:1) und den AC Mailand (1:0) und zogen sensationell in die Zwischenrunde der europäischen Königsklasse ein. Die Doppelbelastung, Bundesligageschäft und Champions League, forderte ihren Tribut.  Zahlreiche verletzte Spieler fielen vorübergehend aus. Hertha rutschte ins Tabellenmittelfeld der Bundesliga und schied in der Zwischenrunde der Champions League aus. Mit voller Konzentration auf das Bundesliga-Geschäft startete das Team von Trainer Jürgen Röber eine erfolgreiche Aufholjagd und sicherte sich am letzten Spieltag durch einen sechsten Platz zum zweiten Mal in Folge die Teilnahme am internationalen Wettbewerb.

Saison 2001/2002

Für Hertha BSC begann die Vorbereitungsphase auf die Saison mit einem Paukenschlag. Nach einem sehr guten Trainingslager in Kaprun verzauberten Marcelinho, Deisler und Co. die Fußballexperten im Rahmen des Ligapokals. Dem souveränen Sieg gegen Leverkusen mit einem Traumtor von Neuzugang Marcelinho folgte im Halbfinale ein 1:0-Erfolg gegen Bayern München. Im Finale in Mannheim behielt Hertha BSC gegen den FC Schalke 04 ebenfalls die Oberhand und gewann zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Ligapokal. Nach einer Saison, die einer Achterbahnfahrt glich, schaffte Hertha BSC es erneut, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Hertha BSC landete mit 61 Punkten auf Rang vier. Nach der 0:1-Niederlage in Cottbus trennte sich der Verein von seinem langjährigen Trainer Jürgen Röber. Seine Nachfolge trat Falko Götz an.

Saison 2002/2003

Zum 110. Vereinsjubiläum präsentierte Hertha seinen Mitgliedern den Ausflugsdampfer, der einst Namensgeber gewesen war. Aufmerksame Herthaner hatten ihn in Wusterhausen vor den Toren Berlins ausfindig gemacht. Feierlich wurde der Dampfer wieder auf „Hertha“ getauft. Außerdem wurde zum Vereinsjubiläum vom damaligen Vereinspräsidenten Bernd Schiphorst die Hertha BSC Berlin-Stiftung gegründet, die Jugendprojekte im Bereich Sport und Kultur fördert. Die Vorbereitung auf die Saison 2002/03 verlief ähnlich wie im Jahr zuvor: Nach Siegen gegen den FC Bayern München und den Deutschen Meister Borussia Dortmund stand Hertha BSC im Ligapokalfinale und besiegte im Bochumer Ruhrstadion den FC Schalke 04 mit 4:1. In der Bundesliga reichte es erneut zu einem Platz (5.), der zur UEFA-Cup-Teilnahme berechtigte.

Saison 2003/2004

Mit dem Saisonziel Champions League in die Spielzeit gestartet, sicherte sich der Klub erst am vorletzten Spieltag durch ein 1:1 beim TSV 1860 München den Klassenerhalt. Trainer Huub Stevens musste nach einem 1:6 im DFB-Pokal beim SV Werder Bremen am 04. Dezember 2003 die Koffer packen. Für die restlichen drei Spiele des Jahres übernahm Interims-Coach Andreas Thom das Kommando. Zwei Tage vor Weihnachten präsentierte Hertha BSC Hans Meyer als Trainer bis zum Saisonende. Mit akribischer Arbeit führte der „Trainer-Oldie“ am Ende der Saison das Team auf Platz 12 der Tabelle und wurde von den Fans beim letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln euphorisch gefeiert.

Saison 2004/2005

Hertha BSC war wieder da, wo sich der Verein langfristig etablieren wollte: im internationalen Wettbewerb. Nach einjähriger Abstinenz qualifizierte sich der Hauptstadtklub wieder für den Uefa-Pokal. Mit teilweise begeisterndem Fußball machte die Mannschaft von Trainer Falko Götz die Vorsaison vergessen. Ein Tor im letzten Heimspiel fehlte, sonst hätte Hertha BSC um die Qualifikation zur Champions League gespielt. Im DFB-Pokal kam nach einer 2:3-Niederlage beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig allerdings das Aus schon in Runde 2.

Saison 2005/0506

Die Saison 05/06 glich einer Berg- und Talfahrt. Nach dem besten Saisonstart in der Hertha-Geschichte folgte eine nie vorher da gewesene Misserfolgsserie. Auch mit Neuverpflichtung Marko Pantelic blieb Hertha BSC 13 Pflichtspiele hintereinander ohne Sieg. Neun Bundesliga-Spiele, drei UEFA-Cup-Partien und das DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten St. Pauli konnten die Herthaner nicht gewinnen. Bei Medien und Fans waren die Schuldigen schnell ausgemacht. Sowohl Manager Dieter Hoeneß als auch Trainer Falko Götz standen mächtig in der Kritik. Aber der Verein behielt einen kühlen Kopf, richtete sich nicht nach den Verhältnismäßigkeiten des normalen Bundesliga-Alltags und hielt an Falko Götz fest. Mit Erfolg! Das 3:0 bei Titelaspirant Werder Bremen wirkte wie ein Befreiungsschlag. Danach blieb Hertha weitere sechs Spiele ungeschlagen und war wieder im Rennen um einen UEFA-Cup-Platz. Dann allerdings setzte es eine herbe 1:5-Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen und Hertha musste den Kampf um den UEFA-Cup-Platz aufgeben. Aber durch einen 4:2-Erfolg über den HSV sicherte sich Hertha BSC doch noch die Möglichkeit, über den UI-Cup in den UEFA-Cup zu gelangen.

Saison 2006/2007

In der Saison nach der grandiosen Weltmeisterschaft qualifizierte sich Hertha BSC über den UI-Cup noch für den UEFA-Pokal. Der Saisonstart gelang gut. Hertha BSC blieb sechs Bundesliga-Spiele ohne Niederlage und gewann vor heimischem Publikum gegen Hannover und Schalke deutlich. Aber es setzte auch Rückschläge: Hertha scheiterte in der ersten Runde des UEFA-Cups an Odense BK, die Spiele gegen München und Cottbus gingen verloren. Weil neben dem sportlichen Misserfolg die Dissonanzen zwischen Trainer Falko Götz und einigen Spielern hörbar geworden waren, reagierte Hertha BSC: Die Berliner trennten sich von Götz und seinem Assistenten Andreas Thom. Am Ende wurde Hertha BSC Zehnter.

Saison 2007/2008

In der Saison 07/08 fand der größte Umbruch seit dem Wiederaufstieg statt. Mit der Verpflichtung des Trainergespanns Lucien Favre und Harald Gämperle war der erste Schritt zur Neuformierung getan. Doch besonders das Bild der Mannschaft sollte sich in den nächsten Monaten verändern. 16 Abgängen standen 10 Neuzugänge gegenüber. Trotz der 1:0 Niederlage zum Auftakt in Frankfurt gelang den Berlinern der Saisonstart gut. Hertha BSC belegte nach sechs Bundesliga-Spielen mit 12 Punkten kurzzeitig den ersten Platz in der Tabelle. Doch im DFB-Pokal war bereits in der 2. Hauptrunde Endstation. Hertha BSC unterlag beim Wuppertaler SV mit 2:0. Nachdem Hertha BSC nach der Hinrunde mit 20 Punkten auf dem 12. Platz überwintert hatte, verliefen die ersten sieben Partien der Rückrunde ähnlich gut wie die der Hinserie. Mit zwölf gewonnenen Punkten schienen die Herthaner sich stabilisiert zu haben. Nach einer Saison mit einigen Höhen und Tiefen schlossen die Berliner die Saison auf dem 12. Platz ab. Über die Fair-Play-Wertung erhielt Hertha BSC die Chance, in der nächsten Saison im UEFA-Cup anzutreten. Nach achtjähriger Amtszeit stellte sich Präsident Bernd Schiphorst nicht mehr zur Wiederwahl. Mit überwältigender Mehrheit wählte die Mitgliederversammlung den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Gegenbauer zum Präsidenten.

Saison 2008/2009

Hertha ging in die zweite Saison mit Lucien Favre als Trainer, der zu Saisonbeginn ausrief, dass man um einen UEFA-Platz kämpfen wolle. Intern gab es in Berlin eine wichtige personelle Neuerung: Die Wahl des neuen Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer. Das neue Motto 'Vom Umbruch zum Aufbruch' entfachte Euphorie in der Hauptstadt und prompt gelang der Mannschaft der bis dahin höchste Sieg in einem Europapokal-Wettbewerb: Mit 8:1 fertigten die Blau-Weißen Nistru Otaci aus Moldawien ab. Kurz vor Transferschluss legten die Blau-Weißen mit der Leihe des Liverpool-Stürmers Andrej Voronin noch nach, der für ein Jahr beim Hauptstadtclub bleiben sollte. Nachdem man die bis dahin erfolgreichste Bundesliga-Hinrunde mit Platz drei abschloss, verlängerte man den Vertrag mit Trainer Favre vorzeitig bis 2011. Im UEFA-Cup kamen die Berliner nicht über die Gruppenphase hinaus. Nach der starken Hinrunde, manifestierte sich der vorläufige sportliche Höhepunkt in einem 2:1-Sieg gegen Bayern München am 20. Spieltag.

Somit stand Hertha auf Rang eins in der Liga und damit knapp vor der TSG Hoffenheim und dem Hamburger SV. Die Berliner Erfolgssträhne hielt jedoch nicht bis Saison-Schluss und man musste nach drei Niederlagen in Folge den Spitzenreiter-Status an München abgeben. Nichtsdestotrotz war die Meisterschaft noch möglich und zwei Spiele vor Schluss sollten die bis dahin grandios aufspielenden Berliner noch gegen Schalke 04 und den Karlsruher SC antreten. Nach einem bitteren 0:0-Unentschieden Zuhause gegen Schalke und einer enttäuschenden 0:4-Niederlage gegen den späteren Absteiger Karlsruhe verpasste man die Champions-League Qualifikation. Dennoch war das Fazit der sportlichen Leitung überaus positiv, Hertha landete am Ende auf Rang vier und spielte damit in der folgenden Saison in der Euro-League. So wie das sportliche Jahr mit der Einführung des designierten Präsidenten Werner Gegenbauers begann, so endete sie mit dem Ende der Ära Dieter Hoeneß. Michael Preetz wurde als Nachfolger bestimmt.

Geschichte, 22.02.2017